UNESCO-Welterbe in Thüringen

Schloss Belvedere
Foto: Verein “Städtetourismus in Thüringen” e.V.

Es ist Auszeichnung und Verpflichtung zugleich: Das Label UNESCO-Welterbe würdigt bedeutende historische Epochen und stellt Landschaften besonders unter Schutz. Mit der Wartburg in Eisenach, dem Klassischen Weimar, den Stätten des Bauhauses in Weimar und dem Weltnaturerbe Nationalpark Hainich haben die Thüringer Städte Pfunde mit denen sie wuchern könne. Hundertausende Besucher kommen jährlich, um diese Sehenswürdigkeiten zu bewundern.

Insgesamt elf Ensembles gehören zum „Klassischen Weimar“, die Jahr für Jahr hunderttausende Besucher anziehen. Allen voran Goethes Wohnhaus, dessen original belassene Einrichtung und Ausstattung von der neuen Dauerausstellung „Lebensfluten – Tatensturm“ ideal ergänzt wird. Nicht weniger beeindruckend ist die Herzogin Anna Amalia Bibliothek mit ihrem atemberaubenden Rokokosaal und das nach der Rekonstruktion neu eröffnete Goethe- und Schiller-Archiv, in dem das schriftliche Erbe vieler großer Literaten bewahrt wird. Die prächtigen Schlösser, darunter das Stadtschloss mit der Cranach-Galerie und die Sommerresidenzen, mit den weitläufigen Parks laden zu einer Zeitreise in die Weimarer Klassik ein.

Freunde der Moderne können in Weimar die Stätten des Bauhauses erkunden, wo 1919 die Revolution des Designs begann. Bis heute wirken die Ideen des Bauhauses auf der ganzen Welt nach. 1919 versammelte Bauhaus-Gründer Walter Gropius die gesamte europäische Künstler-Avantgarde in Weimar: Lyonel Feininger, Wassiliy Kandinsky, Paul Klee und viele andere wurden an die neue Design-Schule berufen. Berühmtes Zeugnis in Weimar ist das Haus am Horn, das als Musterhaus 1923 errichtet wurde. Sowohl an der heutigen Bauhaus-Universität, die ebenso wie das Haus am Horn zum UNESCO-Welterbe gehört, als auch im Bauhaus-Museum sind die Werke der damaligen Avantgarde zu besichtigen.

Heute ist das UNESCO-Welterbe auch begehrter Veranstaltungsort: Im Stadtschloss, auf Schloss Ettersburg und in der Bauhaus-Universität finden zahlreiche Konzerte, Lesungen und Theater statt und nutzten so das geschichtsträchtige Ambiente für kulturelle Entdeckungsreisen.

1999 wird die Eisenacher Wartburg als bisher erste und noch immer einzige deutsche Burg in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Im Jahr 2014 feiert die Wartburg ihr 15. Jubiläum als UNESCO-Welterbe der Menschheit – ein Adelstitel, der gleichzeitig Verpflichtung ist. Wie kaum eine andere deutsche Burg ist sie mit deutscher Geschichte verbunden. Zahlreiche Veranstaltungen sind in diesem Jahr geplant. Der mdr-Musiksommer hat so beispielsweise für die Welterbestätten in Mitteldeutschland eine neue Reihe aufgelegt – „Welterbe der Musik – Meilensteine der Musikgeschichte“. Fünf Konzerte finden auf der Wartburg in einem der schönsten Konzertsäle statt, am 19. und 26. Juli sowie am 09., 16. und 23. August.

Durch die Aufnahme des Nationalparks Hainich als Teil des Naturerbes „Alte Buchenwälder Deutschlands“ im Jahr 2011 in die Welterbeliste der UNESCO entstand die Welterberegion Wartburg Hainich. Hier sind Natur und Kultur buchstäblich nur einen Katzensprung entfernt, denn im Hainich sind die Wildkatzen wieder heimisch und im Wildkatzendorf zu beobachten. Der größte zusammenhängende Laubwald Deutschlands ist 16.000 Hektar groß, knapp die Hälfte gehört zum Nationalpark, der sich durch großen Artenreichtum – allein 800 Schmetterlings- und 1650 Pilzarten auszeichnet. Der Baumkronenpfad an der Thiemsburg hat sich zur beliebtesten Attraktion im Hainich entwickelt.

Mühlhausen liegt am Rande des Nationalparks Hainich gehört ebenfalls zur Welterberegion. Das Stadtbild der historischen Reichs- und Hansestadt ist von architektonischer Vielfalt gekennzeichnet. Es wird von der Stadtmauer (zum Teil begehbar) mit zahlreichen Wehrtürmen, elf mittelalterlichen Kirchen sowie Fachwerk-und Bürgerhäusern geprägt. Persönlichkeiten wie der Brückenbauer Johann August Röbling (Brooklyn Bridge), der Komponist und Musiker Johann Sebastian Bach und der Reformator Thomas Müntzer machten Mühlhausen bekannt.

Titelbild oben: Anna-Lena-Thamm


Pressemitteilung

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